Lieselene……..
schlank, ziemlich blau, mit leichten Abschürfungen, so lag sie am Strand, von den Ausläufern der Brandung umspült. Ihren Namen hatte sie von Anulas Bruder , der wiederum hatte ihn von einer Touristin, mit der er wohl ein kleines Techtelmechtelchen hatte geliehen und ihn seiner Lebensgefährtin angedeihen lassen. Lebensgefährtin, na ja, Abschnittsgefährtin! Sie wurden bei ihm nie älter als höchstens zehn Jahre !!! Dann waren sie auf, zerschunden, meschand, einfach hinüber! Kein Wunder, sie mussten auch einiges aushalten, Abends musste sie , egal bei welchem Wetter, raus in die manchmal vier Meter hohen Brandungswellen. Geschubst, gestoßen, über den Sand geschliffen, zu zweit besprangen sie sie, manchmal auch zu dritt, dabei wirkte sie so zerbrechlich, schlank. Sie nahm es mit Gelassenheit, Routine. Ihre Ausleger waren geflickt und nur mit Sisalstricken zusammengebunden. Der kleine Mast aus einem rohen, grob gehobeltem undefinierbarem Holz hielt einen Fetzen, Segel konnte man es nicht nennen, aus Kattun oder ähnlichem Stoff.. Beladen mit Netzen, Haken und einer Kerosinlampe, wiederholte sich dieser Vorgang fast jeden Abend. Sunil, so hieß der Bruder Anluas, schob zerrte den kleinen Nachen in die Brandung, sprang in diese Nussschale, die Helfer hinterher, alle eine Ganjakippe zwischen den Lippen, oder wenn das Geld knapp war eben nur eine Bethelnuß kauend und schossen über die brüllende Brandungswelle hinaus auf ’s Meer. Vor dem Morgengrauen würden sie nicht wieder an Land sein.